Strandhaus mit Atelier

Realisierung 2018

Leistungsphasen 1-8

Team: Alexandra Bub und Annaleen Feindt

 

Skulpturen im Landschaftspark _ massive Volumen, sensibel gegliedert und mit einem lebendigen Ziegel verblendet _ Vorbild Insel Hombroich

 

In traumhafter Lage direkt gegenüber des denkmalgeschützten Ensembles des ehemaligen Wasserwerks Falkensteiner Ufer und inmitten eines Landschaftsschutzgebiets am Elbufer befinden sich die beiden Gebäude, die ursprünglich als Wohnung für Werksmitarbeiter sowie als Pumpenhaus errichtet worden waren. Auf quadratischer Grundfläche in dunklem Ziegel und mit schwarzem Zeltdach errichtet, wirkten sie zwar zusammengehörig, jedoch trist und abweisend. Die Situation war formal unbefriedigend und wurde der Umgebung nicht ansatzweise gerecht.

Die Aufgabe bestand darin, für die künstlerisch tätige Bauherrin und ihre Familie modernen Wohnraum sowie einen Ort für kreative Aktivitäten zu schaffen. Da ein Neubau an dieser Stelle aufgrund der Lage im Landschaftsschutzgebiet nicht genehmigungsfähig gewesen wäre, wurden die Gebäude unter Berücksichtigung des Bestandsschutzes umgebaut und energetisch ertüchtigt. So entstanden im Wohngebäude großzügige, fließende Räume mit in allen Richtungen bezaubernden Aussichten und im ehemaligen Pumpenhaus zwei flexibel nutzbare Künstlerateliers.

Das Entwurfskonzept sieht die Baukörper als Skulpturen im Landschaftspark, massive Volumen nach dem Vorbild der Insel Hombroich, jedoch mit einem lebendigen Ziegel bekleidet. Dieser zieht sich über Fassaden und Dachflächen, die durch klar definierte Ausschnitte sensibel gegliedert werden. Verwendet wurden handgefertigte dänische Tonziegel, die durch das außerordentliche handwerkliche Können der ausführenden Zimmerei zu einem großen Ganzen zusammengesetzt wurden, dessen Schönheit sich sowohl in der Fernwirkung als auch im Detail wiederfindet. Das Orange-Rot der Ziegel korrespondiert mit den Farbtönen des Denkmals gegenüber. Der Dialog zwischen den beiden kubischen Baukörpern wird durch das verbindende Element eines Laubengangs verstärkt, das die Zusammengehörigkeit der Gebäude unterstreicht, ohne ihre Eigenständigkeit in Frage zu stellen.

Ziel der neuen Gestaltung war die Überformung der bestehenden Gebäude derart, dass zum einen ein optisch ansprechendes und angemessenes Gegenüber zum denkmalgeschützten ehemaligen Wasserwerk auf der Nordseite entsteht; zum anderen sollten sich die Baukörper in zeitloser Formensprache ganz selbstverständlich in den Landschaftspark einfügen. Dies gelang durch die optische Auflösung der Grenzen zwischen Privatgrundstück und öffentlichem Landschaftspark. Die Freiflächengestaltung des Privatgrundstücks orientiert sich an der Vegetation der Umgebung mit ihren Obstbäumen, Gräserfeldern und Buchenhecken. Es wurde eine Aufwertung der Gesamtsituation erreicht, die sowohl der Eigentümerin als auch den Nachbarn und den erholungssuchenden Spaziergängern im angrenzenden öffentlichen Raum zugute kommt.

Die besondere Herausforderung in der Umsetzung stellte der Hochwasserschutz dar, da die Baukörper durch ihre Nähe zum Wasser im Überflutungsgebiet der Elbe liegen. So wurden die Außenwände bis zur Hochwasserbemessungsgrenze druckwasserdicht abgedichtet und alle Öffnungen mit Dammbalkenanlagen ausgestattet, die die Gebäude bei Sturmflut schützen sollen. Des weiteren wurden unter anderem verdeckte Entwässerungsrinnen vor bodentiefen Öffnungen, zusätzliche Pumpenanlagen und Hochwasserschieber zur Vermeidung von Rückstau realisiert, die Haustechnik im Dachgeschoss angeordnet, zusätzliche Rettungswege geplant und eine sehr bewusste Materialauswahl getroffen. Dabei wurde großer Wert darauf gelegt, sämtliche Schutzmaßnahmen möglichst unauffällig zu integrieren um das Gesamtbild nicht zu stören.

 

CUBE Hamburg 01/21

 



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