Wohnen und Arbeiten am Jenischpark

BDA Hamburg _ Architekturpreis 2022_Würdigung

Projektauswahl im Rahmen der Exkursionsreihe WEITERBAUEN

 

Umbau und Sanierung des Gebäudeensembles der ehemaligen Bäckerei Hesse 

Fertigstellung  2021

LP 1-8

 

Es entstehen 5 gestalterisch hochwertige Einheiten für Wohnen und Arbeiten zur Vermietung. Die Grundrisse sind klar strukturiert und flexibel gestaltet. Das Erdgeschoss eignet sich jeweils gleichermaßen für Wohnen wie auch für freiberufliche Tätigkeiten oder Homeoffice.

 

Das Grundstück liegt in einem erhaltenswerten Umfeld direkt gegenüber dem Jenischpark. Der älteste Gebäudeteil datiert vermutlich auf das Jahr 1837, erbaut für eine Bäckerfamilie.  Über Generationen hinweg wurde auf dem Grundstück gebacken, verkauft und gewohnt. Das Gebäude wurde mehrfach umgebaut und erweitert. Ergänzt wurde mit den Jahren ein L-förmiger Anbau, der vom Kuchelweg erschlossen , und 1912 eine Kaffemühle, welche vom Ohnsorgweg erschlossen wird.

Obwohl das Ursprungsgebäude früher auf der Denkmalliste geführt wurde, verlor das ehemals schmucke Gebäude durch bauliche Änderungen in den 70-er Jahren maßgeblich seinen Charme.

Im Zuge des Umbaus mit energetischer Sanierung wird die Qualität der historischen Bausubstanz wieder herausgearbeitet.

Folgende Maßnahmen an der Fassade werden umgesetzt:

Mansardgebäude mit Spitzgiebel

  • Wiederherstellung des historischen Giebels der Dachgaube
  • Wiederherstellung der ursprünglichen Fensteröffnungen zur Straße
  • Erneuerung der Fenster nach historischem Vorbild, mit nach außen öffnenden, weißen  Sprossenfenstern.
  • Freilegen und Schlämmen des Sichtmauerwerkes  in einem hellen Naturton
  • kapillaraktive Innendämmug

Atelier mit Flachdach

  • Das Gebäude bekommt einen eigenständigen, modernen Atelier-Charakter 
  • Außendämmung mit vertikaler, dunkler Holzverschalung 
  • Ergänzung und Anpassung einiger Fensteröffnungen
  • Erneuerung der Fenster

Kaffeemühle

  • Erhalt der historischen Verblendfassade aus rotem Klinker
  • Dämmung der Luftschicht zwischen dem zweischaligen Mauerwerk
  • Erneuerung der Fenster nach historischem Vorbild mit Sprossenfenstern
  • Ergänzung von Fensteröffnungen auf der Westseite zum Hof.

Sämtliche Dächer werden über die gesetzlichen Vorgaben hinaus gedämmt und neu eingedeckt. Die Böden werden mit weiß geölten Massivholzdielen auf Fußbodenheizung belegt.  

 

Das Projekt wurde im Rahmen der Exkursionsreihe WEITERBAUEN XVII, in Kooperation des BDA Hamburg, der freien Akademie der Künste, dem Denkmalschutzamt und der Hamburgischen Architektenkammer, als vorbildliches Beispiel für den Umgang mit Bestandsgebäuden vorgestellt. 

Exkursionsreihe WEITERBAUEN XVII

 

 

 

 

 



Kommentare sind geschlossen.