Umbau und Sanierung eines Wohnhauses aus den 50-er Jahren_Fulda

 

Fertigstellung 2011

LP 1-8

? Kann man zwei kleinteilig organisierte Geschosse zu einer großzügigen, lichtdurchfluteten Wohnung umbauen, ohne die bereits sanierte Außenhülle wesentlich zu verändern?

3 Generationen möchten auch in Zukunft unter einem Dach leben. Neben der persönlichen Nähe spielen praktische Überlegungen eine wesentliche Rolle: trotz doppelter und engagierter Berufstätigkeit der jungen Eltern können so die Kinder zu Hause und durch die Großeltern familiär und kontinuierlich betreut werden. Auch die Großeltern profitieren nachhaltig von der Nähe zu der mobilen, jungen Generation.

Das für seine Zeit typisch funktionale Wohnhaus mit Satteldach, erbaut von dem Großvater in den 50-er Jahren, wurde in den 70-er Jahren erweitert. Die letzte Sanierung erfolgte im Jahr 2005 mit einer energetischen Sanierung der Außenhülle (Fassade und Dach). Bis dato gab es 3 durch ein externes Treppenhaus erschlossene Wohnungen: EG, Obergeschoss und DG.

Zielvorgabe an die Architektin der jungen Familie war nun die Schaffung einer zusammenhängenden Wohnung in den oberen Geschossen. Die neue Wohnung sollte modern, lichtdurchflutet und großzügig werden, mit der einschränkenden Vorgabe, dass die bereits sanierte Außenhülle nur unwesentlich verändert werden sollte. Das Erdgeschoss, bewohnt von den Großeltern, bleibt von den Umbaumaßnahmen unberührt.

Um den Charakter von fließenden, offen Räumen zu erreichen, werden im Obergeschoss und im Dachgeschoss mehrere Zimmer, sowie der innenliegende Flur, zusammengeschlossen. Die dafür notwendigen Abfangungen zeigen sich als offen liegende Stahlkonstruktion, die den Räumen einen loftartigen Charakter verleiht. Eine freistehende, mit anthrazitfarbenem Bruchstein verkleidete Wand, separiert die Küche vom Wohnraum und bildet einen Blickfang mit eingebautem Kamin und Küchenblock. Die Öffnung zum Balkon wird über Eck erweitert und mit einer raumhohen Faltschiebewand verglast. Die wohnlich möblierte Terrasse mit Loggia erweitert jetzt den Wohnraum in den Außenbereich. Ein 20 m2 großer Deckendurchbruch mit Galerie und eingestellter Treppe verbindet beide Geschosse optisch und räumlich miteinander. Die kleinteiligen Dachgauben werden durch große, quadratische Dachflächenfenster ersetzt. Das Licht ergießt sich über den Luftraum auf beide Geschosse. Auf der Galerie entsteht durch ein komplett zur Seite verschiebbares Dachflächenfenster quasi ein Freisitz. Die Brüstung zum Luftraum ist als Bücherregal ausgebildet. Zahlreiche flächenbündige und raumhohe Einbaumöbel schaffen Staufläche ohne den Raum voll wirken zu lassen. Ausgesuchte Einzelstücke, wie die groß dimensionierte Kugelleuchte, kommen so zu voller Wirkung. Im Dachgeschoss ermöglich eine langgestreckte, kubische Gaube auf der Nordseite die Einrichtung eines hellen Wohnbades mit integrierter Sauna.

 

Mitarbeiter: Alexandra Bub, Julia Vogt



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