KITA Bergstedt _ Hamburg

 

1. Preis _ Wettbewerb 2014

Realisierung 2017

Planung Hochbau, Einbaumöbel, Freianlagen

Beauftragung: LP 1-8

Team: Alexandra Bub, Carolin Otto, Dirk Lütje_Bauleitung

 

Die Kita liegt im Norden des Grundstückes, parallel zur Bergstädter Kirchenstrasse, und bildet dort mit Ihrer ablesbaren Eingangsfassade eine klare städtebauliche Kante. Auf der dem Park zugewandten Westseite zeigt der 1-geschossige Baukörper mit seinen Versprüngen und Loggien eine kleinteilige, pavillonähnliche und dennoch ruhige Struktur. Der neue Verlauf des Gemeindeweges, welcher Kirche, Gemeindehaus und KITA verbindet, führt entlang der historischen Einfriedung des Kirchengeländes mit altem Baumbestand und  Steinwall und erfährt dadurch eine Aufwertung. Der bestehende Parkplatz des Gemeindehauses im Südwesten der Anlage sollte auch von den Eltern genutzt werden. Der Tag beginnt damit auch für die mit dem Auto gebrachten Kinder mit einem Spaziergang durch den Park.

Die historische Parkanlage mit Kirche kann festigend und identitätsstiftend auf die Kinder wirken.

Ziel und Herausforderung des Entwurfes ist, die Gruppenräume zum Park mit wertvollem Baumbestand und Kirche auszurichten und ebenso die Vormittagssonne in die Gruppenräume einfallen zu lassen.

Das räumliche Verspringen der Gruppenräume  ermöglicht sowohl den Blick auf die Parkanlage, als auch das Einfangen der Morgensonne über großzügige Südfenster. Die Räume sind über den gesamten Tagesverlauf mit Sonnenlicht durchströmt. Geschützte Außenräume in Form von Loggien erweitern auf der dem Park zugewandten Seite den Gruppenraum ins Freie. Eine Hochebene mit Oberlicht und niedrige Bereiche darunter erweitern das Raumangebot um Rückzugsbereiche.

Die KITA nimmt sich durch die natürliche Materialität der Holzverschalung und die reduzierte Formensprache in der Parkanlage optisch zurück, gleichzeitig sorgen farbliche Akzentuierungen für ein kinderfreundliches und identitätsstiftendes Erscheinungsbild. Der Eingangsbereich nimmt mit einladender Geste die Kinder schützend in Empfang und dient als kommunikativer Treffpunkt, was für den Zusammenhalt von Eltern, Erziehern und Kindern von besonderer Bedeutung ist.

Die witterungsgeschützten Loggien bilden den Übergang von innen nach außen und definieren einen dem Gruppenraum zugeordneten Freibereich. Für Schuhe und Gummistiefel sind Stauflächen in der Loggia integriert, damit die Freiflächen auch direkt über die Loggien erschlossen werden können, ohne dass die Gruppenräume verunreinigt werden. Eine Verbindung von Flur und Freifläche ist im Süden geplant. Alternativ dazu kann durch einfaches Auseinanderrücken der Krippenräume 01 und 02 eine direkte Verbindung von Foyer und Freifläche geschaffen werden. Diese Option ist in dieser Variante nicht dargestellt. Das Gehölz im Süden des Grundstückes wird in die Freifläche für naturbezogenes Spielen einbezogen. Neben Spielangeboten „auf der grünen Wiese“ wird das kreative Spielen der Kinder angeregt. 

Der Haupteingang liegt gut ablesbar im Norden, an der Bergstädter Kirchenstrasse. Ein Grünstreifen sowie eine platzartige Aufweitung des Fußweges mit Sitzgelegenheiten vor der KITA schaffen Aufenthaltsqualität und verhindern, dass die Kinder beim Verlassen des Gebäudes direkt auf die Strasse laufen können. Die bestehende Zufahrt im Nordosten mit Parkplätzen für die Mitarbeiter und Fahrradparkplätze bleibt erhalten. Den Eltern wird empfohlen, den bestehenden Parkplatz im Südwesten des Kirchengeländes zu nutzen. So beginnt auch der Tag für die mit dem Auto gebrachten Kinder mit einem kurzen aber wertvollen Spaziergang durch den Park. Ein Parkstreifen entlang der Bergstädter Kirchenstrasse ergänzt das Angebot. Im Bereich des bestehenden gemeindlichen Spielplatzes im Osten findet sich der Nebeneingang. Die Nebenräume der KITA können ebenfalls über die Ostfassade direkt erschlossen werden. Die Freiflächen werden über den Flur und über die Loggien erschlossen.

Die Wahl der Holzsystembauweise steht für eine nachhaltige und wirtschaftliche Bauweise, die mittels Vorfertigung in einem kurzen Zeitraum und in hoher Detailqualität realisiert werden kann. Die Konstruktionen der Wände und Decken bestehen aus regional nachwachsenden Rohstoffen mit niedrigem Primärenergiegehalt. Gleichzeitig kann bauphysikalisch unbedenklich eine hochwärmegedämmte Hülle hergestellt werden. Die Fassade mit frei bewitterter und hinterlüfteter Lärchenschalung vergraut und ist wartungsarm. Die Räume sind über großzügige Verglasungen natürlich belichtet. Dies reduziert notwendige künstliche Beleuchtung auf ein Minimum. Die Belüftung und Nachtauskühlung der Gruppenräume erfolgt natürlich über die Fenster und kann um mechanische Belüftung mittels Falzbelüftung ergänzt werden. Die Fensterflächen sorgen für solare Energiegewinne, integrierter, außenliegender Sonnenschutz schützt vor Überhitzung im Sommer. Die geplante Fußbodenheizung sorgt für eine niedertemperaturige Strahlungswärme. Als Bodenbelag wird Mehrschichtparkett aus Hartholz empfohlen, da das Material eine hohe emotionale Akzeptanz hat und gleichzeitig langlebig ist.

 

 

 



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